Sturm "Sebastian" im Landkreis Aurich - eine Übersicht Drucken
Geschrieben von: Verschiedene Autoren Fotos: Feuerwehren im Landkreis Aurich   

Am Mittwoch fegte Sturm „Sebastian“ ab dem späten Vormittag über Norddeutschland und sorgte auch im Landkreis Aurich für rund 300 Einsätze durch umgestürzte Bäume, abgebrochene dicke Äste oder andere Umstände. Hier eine Übersicht über das Einsatzaufkommen in den verschiedenen Kommunen (in alphabetischer Reihenfolge).

Aurich

Alle zehn Ortsfeuerwehren der Stadt waren mit rund 200 Einsatzkräften bis in den späten Abend hinein mit der Beseitigung von Sturmschäden im gesamten Stadtgebiet beschäftigt. Die Koordinierung der Einsätze erfolgte über die beiden Einsatzleitwagen ELW 1 aus Aurich und Sandhorst. Für die erforderliche Verpflegung der Einsatzkräfte mit Kalt- und Warmgetränken sowie einer warmen Mahlzeit sorgte der Verpflegungszug der Feuerwehr Middels.

Brookmerland

21 sturmbedingte Einsätze gab es im Bereich der Samtgemeinde Brookmerland von den Feuerwehren zu bearbeiten. Schwerpunkte waren die Bundesstraße 72 im Bereich Marienhafe, die Leezdorfer Straße sowie die Straße „Am Sandkasten“.

Dornum

In der Gemeinde Dornum gab es elf Sturmeinsätze: Ein Trampolin drohte abzuheben und zahlreiche Bäume lagen auf der Straße oder drohten auf Häuser zu stürzen. Es gab aber keine großen Schäden oder gar verletzte Personen.

Großefehn

Von der Kooperativen Regionalleitstelle Ostfriesland wurde um 15:34 Gemeindealarm gegeben. Alle Feuerwehrhäuser und Fahrzeuge sind besetzt, um die anfallenden Sturmeinsätze abzuarbeiten. Um 18:15 Uhr zählte die örtliche Einsatzleitung der Feuerwehr Großefehn über 30 sturmbedingte Einsätze. Das Einsatzaufkommen wird aber wohl noch ansteigen, da neben den Einsatzaufträgen über die Leitstelle die im Einsatz befindlichen Fahrzeuge zahlreiche Einsätze direkt bearbeiten. Alle Feuerwehren werden momentan gemeindeweit eingesetzt.

Schwerpunkte des Einsatzgeschehens sind Bäume, die auf Häuser zu fallen drohten, Bäume auf den öffentlichen Straßen und Bäume in Schräglage. An drei Einsatzstellen in Ulbargen, Strackholt und Akelsbarg waren Bäume auf Telefonleitungen gefallen. Hier muss mit Störungen bei den entsprechenden Anschlüssen gerechnet werden. Die Boßelstraße war zeitweise voll gesperrt, da dort der Bauhof zusammen mit der Feuerwehr Äste aus Baumkronen beseitigen musste. Diese drohten auf die Straße zu fallen.

"Ein Baum fiel auf einen PKW", so der stellvertretende Gemeindebrandmeister Mario Eilers. "Bislang gibt es aber glücklicherweise keine Verletzten und auch keine sturmbedingten Verkehrsunfälle", so Eilers weiter.

Die Abarbeitung der Einsätze funktioniere sehr gut, allerdings müssen die Einwohner teilweise mit längeren Wartezeiten bei der Baumbeseitigung rechnen. Eilers weist in diesem Zusammenhang noch einmal darauf hin, dass von der Feuerwehr die Technische Hilfeleistung bei Gefahrenlagen und Notfällen durchführt. Bäume, die auf Privatgrundstücken liegen und keine Gefahr darstellen, müssen von den Bewohnern selbst oder von Fachfirmen beseitigt werden.

Großheide

Die drei Ortsfeuerwehren mussten, teilweise im Zusammenwirken mit dem Bauhof der Gemeinde Großheide, mehrere Einsatzstellen abarbeiten. Unter anderem war auch ein Baum auf einen Telefonmast gestürzt und ein weiterer Baum fiel auf einen Verteilerkasten.

Hage

Zu weit über 20 Einsätzen wurde die Feuerwehr der Samtgemeinde Hage gerufen. Von einer Ölspur über die Hager Hauptstraße bis hin zu Bäumen auf Autos, Straßen und Häusern, gemeldete Schäden an Überlandleitungen etc. reichte das Einsatzspektrum. Unter anderem unterstützen zwei Einheiten auch die Feuerwehr Norden im dortigen Stadtgebiet.

Hinte

In der Gemeinde Hinte blieb es heute während des Sturmtiefs „Sebastian“ relativ ruhig. Nachdem am Mittag die Feuerwehr Suurhusen bereits einen Einsatz abgearbeitet hatte, wurde um 15:09 Uhr Gemeindealarm ausgelöst.

Aufgrund des hohen Einsatzaufkommens im Landkreis Aurich setzte die Leitstelle alle Feuerwehren in Bereitschaft. So wie es bei einem Gemeindealarm vorgesehen ist, sammelten sich die sechs Feuerwehren der Gemeinde Hinte am Feuerwehrhaus in Hinte. Die Einsätze für das Gemeindegebiet wurden über den ELW 1 koordiniert. Bis 17:30 Uhr liefen zwei Einsatzmeldungen auf.

Gegen 16:00 Uhr fuhren die Feuerwehren Loppersum und Osterhusen in die Canhuser Straße. Hier hatten große Teile von drei Pappeln dem Sturm nachgegeben und lagen auf der Straße. Da es sich um einen wenig befahrenen Feldweg handelt, wurde nach Rücksprache mit dem Bauhof der Gemeinde der Feldweg gesperrt. Gegen 16:45 Uhr erfolgte die nächste Meldung.

Die Feuerwehr Osterhusen wurde in den Dreisprung nach Osterhusen gerufen. Hier konnte keine Gefahrenstelle entdeckt werden und man fuhr zurück zum Bereitstellungsraum. Gegen 17:30 Uhr wurde der Einsatz für alle Feuerwehren der Gemeinde Hinte beendet.

Ihlow

In der Gemeinde Ihlow gab es acht Sturmeinsätze, wobei bei fünf Einsatzstellen der Einsatz der bei der Feuerwehr Simonswolde stationierten Drehleiter erforderlich war, da größere Äste in den Baumkronen hingen und herabzustürzen drohten.

Krummhörn

In der Gemeinde Krummhörn kam es am Mittwochvormittag zu einem ersten Sturmschaden. Ein Baum lag in Campen auf der Straße und musste durch die Einsatzkräfte beseitigt werden. Am Mittwochmittag wurde die Ortsfeuerwehr Loquard - Rysum zu zwei Sturmschäden in Loquard alarmiert. Zum einen mussten zwei größere Äste von der Fahrbahn beseitigt werden. An der anderen Einsatzstelle lag laut Einsatzmeldung ein Baum auf einem Haus. Vor Ort versperrte der Baum die Auffahrt eines Privatgründstücks. Die Feuerwehr beseitigte den Sturmschaden.

Kurze Zeit später kam es in Pewsum, in Höhe des Bunten Weges, zu einem weiteren Sturmschaden. Ein Baum versperrte die Manningastraße. Währenddessen entschied man sich auf Grund des hohen Einsatzaufkommens gegen 14:30 Uhr das Lagezentrum im Feuerwehrhaus in Pewsum einzurichten, um von dort aus alle weiteren Einsätze koordinieren zu können.

Nachdem das Lagezentrum eingerichtet war, erfolgte durch die Kooperative Regionalleitstelle Ostfriesland der Gemeinde-Einsatzalarm für die Gemeindefeuerwehr Krummhörn. Nach und nach besetzten alle 10 Ortsfeuerwehren die Feuerwehrhäuser, um für eventuelle Sturmschäden einsatzbereit zu sein. Die Einsatzkräfte im Lagezentrum des Feuerwehrhauses in Pewsum nahmen die Einsatzmeldungen an und leiteten diese dann an die entsprechenden Einsatzfahrzeuge weiter. Bis 19:00 Uhr hielten die Feuerwehren die Wachbesetzung bei, sodass bei aufkommenden Einsätzen noch schneller reagiert werden konnte.

In der Gemeinde Krummhörn wurden insgesamt 20 Einsätze abgearbeitet. Die Einsatzkräfte waren bis in den Abend mit den Sturmschäden beschäftigt. Neben der Feuerwehr war auch die Polizei sowie die der Bauhof der Gemeinde Krummhörn im Einsatz.

Norden

Sturmtief "Sebastian" hielt die Einsatzkräfte in weiten Teilen Ostfrieslands am Mittwoch ordentlich auf Trab. Allein für die Stadt Norden wurden weit über 50 Einsätze gemeldet, welche durch die Freiwillige Feuerwehr Norden und dem Technischen Hilfswerk (THW) Ortsverein Norden abgearbeitet wurden.

Auf dem Gelände des Hilfeleistungszentrums wurde der Einsatzleitwagen (ELW) 2 des Landkreis Aurich in Stellung gebracht. Von hier aus wurden die eingegangenen Notrufe der Kooperativen Regionalleitstelle Ostfriesland in Wittmund, für den gesamten Einsatzabschnitt Nord des Landkreises koordiniert. Bei über 700 eingegangenen Notrufen dürfte dies eine enorme Entlastung für die Leitstelle gewesen sein. So wurden den einzelnen Ortsfeuerwehren die Einsätze per Funk über den ELW 2 zugeteilt und nicht wie üblich über die Digitalfunkmelder.

Der einsatzreiche Tag begann bereits um 10.52 Uhr mit einem auf die Straße gestürzten Baum in Leybuchtpolder. Darauf folgten die nächsten gestürzten und abgeknickten Bäume. Zwischenzeitlich löste dann auch noch die automatische Brandmeldeanlage einer Schule in der Norddeicher Straße durch Handwerkerarbeiten aus.

Um 13.14 Uhr wurde dann der Vollalarm für Norden ausgelöst. Es war zu einem Einsatz im Bereich der Deutschen Bahn gekommen. Ein Baum stürzte auf einen Zug und beschädigte die Oberleitung und blieb auf dem Zug liegen. Es befanden sich circa 70 Fahrgäste auf dem Weg nach Norddeich in diesem Zug. Da neben der Oberleitung auch noch die Speiseleitung auf den Zug gedrückt wurde, mussten die Einsatzkräfte auf den Notfallmanager der Deutschen Bahn warten. Zusammen mit diesem wurde eine spezielle Erdung der Oberleitung vorgenommen. Über eine Leiter konnten nun die Bahnfahrer den Zug verlassen. Alle Fahrgäste konnten ihre Fahrt mit einem bereitgestellten Bus fortsetzen. Ebenfalls an der Einsatzstelle waren der Rettungsdienst sowie eine Streifenwagenbesatzung der Bundespolizei.

Schon während dieses Einsatzes nahm die Anzahl der Einsätze weiter rasant zu. Abgeknickte und umgefallene Bäume, verselbständigte Werbeanlagen, abgedeckte Dächer, die gesamte Bandbreite von Sturmeinsätzen mussten durch die Einsatzkräfte der Feuerwehren und des THW abgearbeitet werden. Dabei wurde auch gemeindeübergreifend gearbeitet. Die Drehleiter der Norder Wehr wurde zu Einsätzen in anderen Gemeinden angefordert, ebenso waren Nachbarfeuerwehren im Bereich des Norder Stadtgebietes im Einsatz. Ebenso wurden Privatfirmen und der Baubetriebshof der Stadt Norden mit in die Einsätze eingebunden.

Gegen 22.30 Uhr wurde dann der letzte Einsatz für die Norder Wehr abgearbeitet, der Sturm hatte sich zu dieser Zeit bereits spürbar abgeschwächt.

Norderney

Um 10:34 Uhr wurde die Feuerwehr Norderney zu einer ausgelösten Brandmeldeanlage im Alten- und Pflegeheim „To Huus“ in der Mühlenstraße alarmiert. Feststellungen über den Grund der Auslösung der Brandmeldeanlage konnten nicht getroffen werden. Die Einsatzstelle konnte nach kurzer Zeit wieder verlassen werden.

In der Mittagszeit erreichte dann das Sturmtief „Sebastian“ die Nordseeküste. Seit Tagen wurde schon vor diesem Orkantief gewarnt. Der erste Sturmeinsatz erfolgte um 13:51 Uhr. Vor dem „Cafe Extrablatt“ am Kurplatz war ein Baum teilweise umgestürzt. Die Einsatzstelle wurde durch Mitarbeiter der Stadt Norderney gesichert. Ein Eingreifen der Feuerwehr war hier nicht mehr notwendig.

Der nächste Sturmeinsatz ließ nicht lange auf sich warten. Etwa  eine halbe Stunde später wurde die Feuerwehr in die Viktoriastraße gerufen. Hier löste sich ein Dach durch den Sturm. Die umgebenden Straße wurden weiträumig gesperrt und das Dach gesichert. Dieser Einsatz zog sich fast drei Stunden hin.

Zwischenzeitlich wurden auf dem Parkplatz C mehrere Bäume durch den Sturm umgeworfen. Einer der umgeworfenen Bäume traf ein parkendes Fahrzeug. Die Feuerwehr entfernte mit Muskelkraft den Baum von dem Fahrzeug. Anschließend drohte in der Kreuz- Heinrichstraße ein Teil einer Fassadenverkleidung abzustürzen. Das Fassadenteil wurde durch die Feuerwehr gesichert.

Südbrookmerland

Die fünf Wehren der Gemeinde Südbrookmerland waren mit insgesamt rund 80 Kräften im Einsatz, um rund 25 Einsatzstellen abzuarbeiten. Koordiniert wurden die Einsätze über den in Uthwerdum stationierten Einsatzleitwagen ELW 1 der Gemeindefeuerwehr.

Wiesmoor

Das Sturmtief „Sebastian“, das am Mittwoch über Ostfriesland hinweg zog, sorgte auch im Stadtgebiet Wiesmoor für mehrere Einsätze der Feuerwehr. Zum ersten sturmbedingten Einsatz wurden die Feuerwehrleute um 12.20 Uhr alarmiert. Ein größerer Baum stürzte an der Schulstraße auf den Parkplatz der KGS Wiesmoor und begrub zwei abgestellte Pkw unter sich. Insassen befanden sich zu diesem Zeitpunkt nicht in den Fahrzeugen. Die Besatzung des Rüstwagens beseitigte die Gefahrenstelle in wenigen Minuten.

Daneben rückten die Feuerwehrleute zeitgleich zu zwei weiteren umgestürzten Bäumen an der Oldenburger Straße und der Straße „Am Rathaus“ aus. Bei letzterem Einsatz war ebenfalls ein Baum auf einen abgestellten Pkw gestürzt. Auch hier wurde niemand verletzt.

Im weiteren Verlauf des Nachmittages folgten weitere Einsätze für die Feuerwehren Wiesmoor und Marcardsmoor. Da das Einsatzaufkommen im gesamten ostfriesischen Raum stark anstieg, wurden zu diesem Zeitpunkt auch die beiden großen Einsatzleitwagen des Ladkreises Aurich aus Norden und Middels alarmiert, um die Kooperative Regionalleitstelle in Wittmund zu entlasten.

In Wiesmoor wurde der Einsatzleitwagen 1 besetzt und eine örtliche Einsatzleitung eingerichtet, um alle weiteren eingehenden Einsatzaufträge zu koordinieren. Insgesamt rückten die beiden Feuerwehren der Stadt Wiesmoor bis zum Abend zu insgesamt 17 sturmbedingten Einsätzen aus. In allen Fällen waren es umgestürzte Bäume oder größere abgebrochene Äste, die ein Eingreifen der Feuerwehr erforderlich machten.

Der letzte Einsatz für die Feuerwehr Wiesmoor führte die Besatzung der Drehleiter in die Nachbargemeinde Uplengen, Landkreis Leer. Dort unterstützten sie die Kameraden der Feuerwehr Remels beim Zerlegen eines größeren Baumes, dessen Standfestigkeit durch die starken Sturmböen nicht mehr gegeben war.

Gegen 20.50 Uhr war schließlich auch der letzte Einsatz beendet. Die Feuerwehren Wiesmoor und Marcardsmoor waren zusammen mit sieben Fahrzeugen und 55 Kräften im Einsatz.


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Freitag, 20. Oktober 2017

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