Großübung der Kreisfeuerwehrbereitschaft Emsland-Süd im Landkreis Aurich Drucken
Geschrieben von: Sammy Fotos: Ina Dirksen   

Das niedersächsische Brandschutzgesetz schreibt vor, dass die Landkreise aus der Kreisfeuerwehr, das heißt aus allen Feuerwehren in einem Landkreis, eine Kreisfeuerwehrbereitschaft (KFB) aufzustellen haben, um bei Großschadenslagen auch über die Kreisgrenzen hinaus Hilfe zu leisten, der Brandschutz im eigenen Landkreis darf hierbei jedoch nicht vernachlässigt werden. Landkreise mit mehr als 60 Ortsfeuerwehren sind in Brandschutzabschnitte zu unterteilen. In jedem Brandschutzabschnitt ist eine KFB aufzustellen, die auch regelmäßig Übungen durchführen muss.

Im Landkreis Emsland gibt es auf Grund dieser gesetzlichen Grundlage drei KFB. Die Bereitschaft Emsland-Süd rückte am Sonnabend zu einer solchen Großübung in den Landkreis Aurich aus. Diese erfolgte im Zusammenwirken mit der in Norden beheimateten Technischen Einsatzleitung Nord des Landkreises Aurich sowie mit Unterstützung von Kräften der Feuerwehr Norden, unter anderem mit dem dort stationierten Einsatzleitwagen ELW 2 des Landkreises Aurich. Hier wurde auch um 13.00 Uhr eine Pressekonferenz zur aktuellen Lageentwicklung angeboten.

Angenommen wurde folgende Lage: Seit mehreren Tagen sorgt ein Orkantief für massive Beeinträchtigungen im Nordwesten Deutschlands. Aufgrund heftiger Sturmböen und anhaltenden Starkregens sind sämtliche Feuerwehren des Landkreises Aurich im Dauereinsatz, sodass der Katastrophenfall ausgerufen werden musste. Auch die Deichacht Norden kontrolliert rund um die Uhr die Deiche im Schadensgebiet. Bei Kontrollgängen am Deich im Bereich Neuwesteel wurden am späten Freitagabend diverse Sickerstellen festgestellt. Es gilt, diese zu reparieren und den Deich vor einem Durchbruch zu schützen.

Aus diesem Grund wird die KFB Emsland-Süd in der Nacht zum Sonnabend um 03.00 Uhr alarmiert. Vier Züge inklusive Führungskomponente setzen sich um 06.00 Uhr in Richtung Norden in Marsch und treffen im Laufe des späten Vormittags in ihrem Bereitstellungsraum, dem Betriebshof des NLWKN an der Greetsieler Straße in der Stadt Norden, ein.

Nach einer Lageeinweisung wurden direkt auf dem Betriebshof die benötigten Sandsäcke gefüllt und auf Paletten verlastet, die dann wiederum zu der mehrere Kilometer entfernten Einsatzstelle gebracht werden mussten. Die hier eingesetzten Kräfte mussten die Sandsäcke dann schweißtreibend mit viel Manpower und einer Menschenkette der Schadensstelle am Deich zuführen, wo diese dann unter Anleitung von geschulten Feuerwehrleuten aus dem Landkreis Aurich fachgerecht verlegt wurden, um den Deich zu sichern.

Doch die Deichverteidigung sollte nicht die einzige Aufgabenstellung für die Emsländer Einsatzkräfte sein, es wurden noch drei weitere Szenarien in den Übungstag eingespielt:
Im Norder Tief beim Leysieler Schöpfwerk kenterte ein Boot, wobei 14 Personen ins Wasser fielen und gerettet werden mussten. Hier kamen mehrere Boote zum Einsatz.
Im einige Kilometer entfernten Leybuchtpolder geriet ein Pkw auf einer abseits gelegenen Straße in Brand; dieses Feuer musste von den auswärtigen Kräften bekämpft werden. Abschließend gab es noch ein ausgedehntes Vegetationsfeuer auf  einer kleinen Insel im Störtebekerkanal. Hier musste eine Möglichkeit geschaffen werden, mit einem Boot die Einsatzkräfte mitsamt der erforderlichen Ausrüstung auf diese Insel zu bringen, um das Feuer zu bekämpfen.

Nach mehr als sechs Stunden wurde das Übungsende verkündet und die 118 Einsatzkräfte der KFB Emsland-Süd, die mit 28 Fahrzeugen angerückt waren, konnten in ihr Quartier bei der Wildbahnschule in Norden einrücken. Hier erfolgte die Schlussbesprechung. Der Leiter der KFB Emsland-Süd, Daniel Herbers, zeigte sich mit dem Verlauf der Gesamtübung sehr zufrieden. Insbesondere bedankte er sich bei den Planern der Übung. Diese war maßgeblich von Theo Peters, stellvertretender Kreisbereitschaftsführer Landkreis Aurich-Nord, federführend ausgearbeitet worden. Hierbei wurde er von Mitgliedern der KFB Aurich-Nord und vielen Kräften der Feuerwehr Norden unterstützt.

Abschließend gab es dann für alle Teilnehmer eine gemeinsame Warmverpflegung, welche von Kräften des Deutschen Roten Kreuzes aus dem Emsland zubereitet worden war. Nach einer verdienten Nachtruhe kehrte die Bereitschaft Emsland-Süd zurück in heimatliche Gefilde.


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Freitag, 20. Oktober 2017

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